Herpes Genitalis

Informationen für Betroffene und Angehörige

Herpes genitalis (Genitalherpes)

Was ist Herpes genitalis (Genitalherpes)?

Herpes genitalis, im Volksmund auch Genitalherpes genannt, zählt zu den am häufigsten vorkommenden Geschlechtskrankheiten. Auslöser dieser Virusinfektion ist der Herpes-Simplex-Virus (HSV).

Man unterscheidet hauptsächlich zwei Typen des Herpes-Simplex-Virus:

Beide Virustypen ähneln sich stark, sodass es auch vorkommen kann, dass Herpes genitalis seinen Ursprung im Herpes-Simplex-Virus Typ 1 hat. Neben den oben genannten Typen, die landläufig auch einfach als Herpes bezeichnet werden, existieren weitere Typen, die komplexere Erkrankungen auslösen können.

Genitalherpes ist wie auch jede andere Herpesinfektion hochgradig ansteckend. HSV Typ 1 tragen ungefähr neun von zehn Menschen in sich, Typ 2 hingegen etwa 20% der Bevölkerung. Genaue Zahlen liegen nicht vor, da Herpes zum einen nicht meldepflichtig ist, zum anderen auch bei vielen Infizierten im Körper schlummert, ohne je aktiv zu werden. Herpes genitalis wird sexuell übertragen, sei es beim Geschlechts- oder beim Oralverkehr. Parallel dazu kann sich aber auch ein Neugeborenes anstecken, wenn es während des Geburtsvorgangs mit Herpesbläschen der Mutter in Kontakt kommt. Hier ist dann in der Regel HSV Typ 1 auslösend.

Einmal infiziert verbleibt das Virus ein Leben lang im Körper der Betroffenen. Zwischen einzelnen Krankheitsausbrüchen können Wochen, Monate ja sogar Jahre der Beschwerdefreiheit liegen. Warum Herpes immer wieder ausbricht, ist noch nicht eindeutig geklärt. Es werden diverse Auslöser wie z. B. ein geschwächtes Immunsystem, Stress, UV-Licht oder Fieber angenommen. Oftmals hört man auch den Satz: „Das ist ja so ekelig, morgen habe ich bestimmt Herpes.“ Es mag stimmen, dass ein starkes Ekelgefühl dem Immunsystem einen Dämpfer versetzt und so einen Ausbruch von Lippenherpes fördert. Über einen Zusammenhang von Ekel und Genitalherpes hingegen ist bisher nichts bekannt.

Herpes genitalis äußert sich typischerweise in kleinen, schmerzhaften Bläschen und Geschwüren im Genitalbereich. Je nach Schwere der Infektion können diese Bläschen aufplatzen und von glasigem Ausfluss begleitet werden. Zu Behandlung eignen sich hier Cremes und Salben, die den verschreibungspflichtigen Wirkstoff Aciclovir enthalten. Auch eine Gabe in Tablettenform oder als Infusion ist möglich. Dies hängt ganz vom Schweregrad der Infektion ab.

Genitalherpes ist äußerst ansteckend, nicht nur in seiner ausgebrochenen Form, sondern auch, wenn keine äußerlichen Symptome ersichtlich sind. Zudem kann eine Infektion nicht nur allein durch ein erneutes Aufflammen der im Körper schlafenden Viren entstehen, sondern auch durch eine Neuansteckung beim Partner. Daher ist es unerlässlich, den Partner ebenfalls zu untersuchen und eventuell zu behandeln. Dies grenzt die Problematik der gegenseitigen Neuinfektion wirkungsvoll ein.

Melissa Seitz

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