Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Herpes genitalis

Informationen für Betroffene und Angehörige
 
 
Herpes Genitalis
Entstehung von Herpes genitalis

Grund für die Entstehung von Herpes genitalis ist eine Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus. Hiervon lassen sich zwei Arten (Typ 1 und Typ 2) unterscheiden. Die Ansteckung ist durch eine Übertragung während der Geburt oder beim Geschlechtsverkehr möglich.

Bei Betroffenen, die sich mit dem Herpes-Simplex-Virus infiziert haben, bleibt das Virus lebenslang im Körper. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, z. B. durch Stress oder Fieber, kann es zum Ausbruch der Krankheit kommen. So können längere Zeiträume zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit vergehen.

Entstehung von Herpes genitalis (Genitalherpes)

Die Entstehung von Herpes genitalis (Genitalherpes) geschieht dann, wenn man sich mit dem Herpes-Simplex-Virus Typ 2 oder in selteneren Fällen Typ 1 angesteckt hat. Diese Ansteckung findet entweder über sexuellen Kontakt oder aber bei der Geburt statt, wenn das Neugeborene durch den Geburtskanal mit Herpesbläschen der Mutter in Berührung kommt. Es ist nicht untypisch, dass zwischen Infektion und Ausbruch von Herpes genitalis (Genitalherpes), sprich dem Sichtbarwerden der charakteristischen Bläschen, einige Zeit verstreicht. Das liegt an der Anatomie des Herpes-Simplex-Virus.

Entstehung von Herpes genitalis: Herpes-Simplex-Virus

Die Herpes-Simplex-Viren gehören zu den sogenannten DNA-Viren, die sich in den Zellen des Wirtes vermehren. Der Herpes-Simplex-Virus (HSV) gehört zur Familie der Herpesviren (Herpesviridae) und zeichnet sich dadurch aus, dass er sich nach der Erstinfektion ein Leben lang im Körper des Wirtes aufhält, auch ohne irgendwelche Krankheitssymptome hervorzurufen. Zudem gilt er als sehr wirtsspezifisch, d. h. dass der humane Herpesvirus nicht auf natürlichem Wege auf Tiere übertragbar ist.

Im Vergleich zu anderen Viren ist der Herpes-Simplex-Virus verhältnismäßig groß. Seine DNA lagert in einem Innenkörper, der von einer Hülle, dem sogenannten Kapsid umgeben ist. DNA-Körper und Kapsid umschließt wiederum eine Hülle, welche allerdings höchst empfindlich auf Seife oder Desinfektionsmittel reagiert.

Die Viren dringen durch die (oralen bzw. genitalen) Schleimhäute ein und machen sich über die Nervenleitbahnen auf den Weg zu den Nervenknoten. Dabei nisten sie sich in den Nervenzellen ein. Kurze Zeit nach der Infektion beginnt das Immunsystem, die Viren in den Schleimhäuten und an einigen Nervenzellen unschädlich zu machen. Da sich die Erbinformation (auch Erbgut oder DNA) der Herpesviren in den Zellkernen der Nervenzellen verbirgt, ist es für das Immunsystem allerdings unmöglich, diese zu zerstören, da es sie nicht erkennen kann. So sitzt das Virus gut getarnt ein Leben lang in unserem Körper und reproduziert sich ständig. Ist unser Immunsystem intakt, treten keine äußerlichen Symptome auf. Ist unser Immunsystem aber geschwächt, sei es aufgrund von Stress, Fieber, anderen Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten o. ä., gewinnt das Herpes-Simplex-Virus wieder die Oberhand. Die Folge von Herpes genitalis sind sichtbare Symptomen wie flüssigkeitsgefüllte und schmerzhafte Bläschen, je nach Schwere der Infektion Ödeme, Geschwüre und glasiger Ausfluss.

Neun von zehn Menschen weltweit tragen den Virus für Lippenherpes in sich, ca. 20% beherbergen den Herpes genitalis (Genitalherpes) auslösenden Virus. Dies bedeutet aber nicht, dass alle Betroffenen ständig mit Symptomen der Virusinfektion zu kämpfen haben. Ursächlich für ein erneutes Aufflammen der ruhenden Viren ist ein geschwächtes Immunsystem. So ist es nicht verwunderlich, dass zwischen den einzelnen Krankheitsausbrüchen auch mal Jahre der Symptomfreiheit herrschen können. Speziell in Punkto Herpes genitalis (Genitalherpes) sind allerdings nicht wenige Neuinfektionen auf einen sorglosen Intimverkehr zurückzuführen.

Melissa Seitz

16. Juni 2016
Herpes kann mithilfe sogenannter Virustatika behandelt werden. Diese sind in Form von Salben verfügbar und sollten möglichst frühzeitig aufgetragen werden, da sie die Vermehrung der Viren hemmen.
  
26. Juni 2014
Herpes simplex ist eine wiederkehrende Entzündung mit Bläschenbildung auf der Haut oder Schleimhaut, hervorgerufen durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) oder 2 (HSV-2). Die häufigste Form des HSV-1 ist der Lippenherpes/Herpes labialis.
  
06. Juni 2014
Herpes simplex ist eine durch eine Virusinfektion ausgelöste Erkrankung. Der Erreger ist entweder das Herpes simplex-Virus Typ 1 (HSV1) oder das Herpes simplex-Virus Typ 2 (HSV2). Das Virus ist Mitglied der Gattung Simplexvirus und gehört der Familie der Herpesviridae an.
  
06. Juni 2014
Die häufigsten Krankheitsbilder nach einer Infektion mit dem Herpes simplex-Virus (HSV) sind der sog. Lippenherpes (Herpes labialis), der meist durch den Virustyp 1 (HSV1) hervorgerufen wird, oder der Genitalherpes (Herpes genitalis), bei dem meist eine Infektion mit dem Virustyp 2 (HSV2) vorliegt.
  
Therapie Herpes Genitalis

Die Therapie von Herpes genitalis (Genitalherpes) ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Sind die Symptome mild ausgeprägt, sollten diese i. d. R. auch ohne eine medikamentöse Behandlung nach spätestens drei Wochen verschwunden sein. Bei stärker ausgeprägten Symptomen wird ein Antivirenmedikament, als Salbe oder Tablette, zur Therapie eingesetzt. Auch der Geschlechtspartner sollte sich einer Therapie unterziehen.

Die Herpes-Simplex-Viren verbleiben auch nach erfolgreicher Therapie im Körper. Daher ist es zu empfehlen, auslösende Faktoren festzustellen und diese zu meiden. Liegt ein Krankheitsausbruch öfter als sechsmal im Jahr vor, kann sich eine Dauermedikation zur Therapie eignen.

Diagnose Herpes Genitalis

Als Symptome von Herpes genitalis kann es zu Hautjucken, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen oder in der Folge zur Bildung von Geschwüren kommen. Ödeme und ein glasiger Ausfluss sind ebenso möglich. Bei schweren Verläufen von Herpes genitalis (Genitalherpes) kann es auch zu Fieber kommen.

Bei anderen Hauterkrankungen kann es zu ähnlichen Symptomen wie bei Genitalherpes (Herpes genitalis) kommen. Daher muss die Diagnose durch eine Laboruntersuchung bestätigt werden. Für die Therapie ist es wichtig, dass das Herpes-Simplex-Virus nachgewiesen ist. Dafür nimmt der Arzt einen Abstrich der Flüssigkeit, die sich in den Bläschen befindet, und lässt diese auf das Virus untersuchen.

Es stehen zwei verschiedene Wirkstoffe zur Therapie von Herpes genitalis zur Verfügung. Daneben können andere Maßnahmen hilfreich sein, wie z. B. der Einsatz von Zinksulfat.

Eine Schwangerschaft kann einen Krankheitsausbruch von Herpes genitalis (Genitalherpes) nicht beeinflussen. Bei der Geburt ist es möglich, dass die Krankheit auf das Kind übertragen wird. Eine Ansteckung des Kindes kann lebensgefährlich sein. Daher sollte eine mögliche schwangere Betroffene engmaschig kontrolliert werden. Inwieweit eine Therapie trotz Schwangerschaft möglich ist, muss in Rücksprache mit dem Arzt geklärt werden.